Aktuelle Änderungen der Bio-Verordnung (EG) Nr. 889/2008

am 23.10.2018 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union die Durchführungsverordnung (EU) 2018/1584 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 veröffentlicht. Diese beinhaltet Änderungen in den Bereichen Fütterung, Tiereinbringung, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Imkerei, Aquakultur, bei Stoffen zur Herstellung von Biowein und im Bereich Bio-Verarbeitung.

Anbei die wichtigsten Änderungen im Überblick, die Details dazu finden Sie unter folgendem Link:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32018R1584&from=DE

Fütterung

Die Möglichkeit der Verwendung von höchstens 5 % nichtbiologischer Eiweißfuttermittel für Schweine und Geflügel je Zwölfmonatszeitraum wurde aufgrund mangelnder Verfügbarkeit auf dem Unionsmarkt bis zum 31. Dezember 2020 zu verlängert.

Tiereinbringung

Nichtbiologisch aufgezogene Junglegehennen von bis zu 18 Wochen können vorbehaltlich der vorherigen Genehmigung der zuständigen Behörde in eine biologische Tierhaltungseinheit eingestellt werden, sofern keine ökologischen/biologischen Jungtiere zur Verfügung stehen und bei der Aufzucht die Bio-Bestimmungen zur Fütterung und Krankheitsvorsorge/tierärztliche Behandlung eingehalten wurden.

Mangels Verfügbarkeit von biologisch aufgezogenen Junglegehennen wurde die bestehende Frist bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

Düngemittel, Pflanzenschutzmittel         

Industriekalk aus der Zuckererzeugung als Nebenprodukt der Zuckerherstellung aus Zuckerrüben und Zuckerrohr und Xylit als Nebenprodukt von Bergbautätigkeiten wurden in Anhang I der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 aufgenommen und können somit  als Düngemittel verwendet werden.

Als Pflanzenschutzmittel wurden die Stoffe „Allium sativum (Knoblauchextrakt)“, „COS-OGA“, „Salix spp. Cortex (auch bekannt als Weidenrindenextrakt)“ und „Natriumhydrogencarbonat“ aufgenommen.

Imkerei

Für die Reinigung und Desinfektion von Rahmen, Bienenstöcken und Waben darf Natriumhydroxid verwendet werden.   

Aquakultur

Bei Geißelgarnelen (Penaeidae) und Süßwassergarnelen (Macrobrachium spp.) darf die Futterration einen Höchstanteil von 25 % Fischmehl und 10 % Fischöl aus nachhaltiger Fischerei enthalten. Um die für diese Garnelen erforderliche Futtermittelmenge bereitstellen zu können, darf ergänzend biologisch erzeugtes Cholesterin verwendet werden. Ist kein biologisch erzeugtes Cholesterin erhältlich, so darf nichtbiologisch erzeugtes Cholesterin aus Wolle, Meeresfrüchten oder anderen Quellen verwendet werden. Die Möglichkeit, ihre Ernährung mit Cholesterin zu ergänzen, gilt sowohl für die Abwachsstadien als auch für frühere Entwicklungsstadien in Aufzucht- und Brutanlagen.“

Stoffe zur Herstellung von Biowein

Folgende Produkten und Stoffe, die in bestimmten Phasen des Produktionsprozesses und als Behandlungsart gemäß Anhang I A der Verordnung (EG) Nr. 606/2009 der Kommission im Weinsektor verwendet oder zugesetzt werden, wurden in Anhang VIIIa der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 aufgenommen:

·         Kartoffeleiweiß, Hefeproteinextrakte und „Chitosan aus Aspergillus niger“ zur Klärung (Anhang I A Nummer 10 der Verordnung (EG) Nr. 606/2009),

·         inaktivierte Hefen, Hefeautolysate und Heferinden“ als Zusatz (Nummer 15 des genannten Anhangs)

·         Hefe-Mannoproteine und „Chitosan gewonnen aus Aspergillus niger“ zur Verwendung (Nummern 6, 35 und 44 des genannten Anhangs)

Verarbeitung

Gemäß der Verordnung (EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments und des Rates ist die Verwendung von Mineralien (einschließlich Spurenelementen), Vitaminen, Aminosäuren oder Mikronährstoffen in biologischer Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung sowie in biologischer Getreidebeikost und anderer Beikost für Säuglinge möglich, wenn ihre Verwendung durch die einschlägigen Rechtsvorschriften der Union zugelassen ist.

Nach Artikel 27 Absatz 1 Buchstabe f der Verordnung (EG) Nr. 889/2008 dürfen Mineralstoffe (einschließlich Spurenelemente), Vitamine, Aminosäuren und Mikronährstoffe bei der Verarbeitung von ökologischen/biologischen Lebensmitteln nur verwendet werden, soweit ihre Verwendung in den Lebensmitteln, denen sie zugefügt werden, gesetzlich vorgeschrieben ist. Gemäß dem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union in der Rechtssache C-137/13 ist die Verwendung dieser Stoffe bei der Verarbeitung von ökologischen/biologischen Lebensmitteln nur dann gesetzlich vorgeschrieben, wenn eine unionsrechtliche oder mit dem Unionsrecht vereinbare nationale Vorschrift die Zugabe der genannten Stoffe unmittelbar vorschreibt, damit dieses Lebensmittel in Verkehr gebracht werden kann.

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